Gewerbliche Schulen des Lahn-Dill-Kreises

Aktuelles der Gewerblichen Schulen Dillenburg

3D-Druck - Additive bzw. Generative Fertigung

Zur Umsetzung der Lerninhalte moderner Fertigungsverfahren wie Prototypenherstellung und Additive Fertigung, auch generative Fertigung genannt, wird an den Gewerblichen Schulen Dillenburg ein industrieller 3D-Drucker eingesetzt. Ausgehend von CAD-Konstruktionen können per Datenübertragung komplexe Teile aus Kunststoff gefertigt werden.

Der 3D-Drucker wurde durch die Unterstützung einiger Ausbildungsbetriebe sowie durch den Förderverein der beruflichen Schulen Dillenburg finanziert.

3D Drucker2Angehende Techniker und die Auszubildenden in allen metalltechnischen Berufen können sich somit im Unterricht Kenntnisse bei der Herstellung von Prototypen und der Additiven Fertigung erarbeiten.

So erlaubt beispielsweise der Einsatz des 3D-Druckers in der Werkzeugmechanikerausbildung die vollständige Abbildung der Prozesskette beginnend mit dem Entwerfen von Blechteilen und dem Design von Kunststoffartikeln. Die dazugehörigen Spritzgieß- und Stanzwerkzeuge werden u.a. mit dem CAD-Programm SolidWorks konstruiert und in der Schule sowie in Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben gefertigt. Die schuleigene Spritzgießmaschine und die Presse ermöglichen die Erprobung der gebauten Werkzeuge. Die Qualitätssicherung rundet diesen Prozess ab.

Desweiteren soll der 3D-Druck in die Produktion der Smart Factory 4.0 entsprechend dem schulischen Konzept Industrie 4.0 eingebunden werden. Link Industrie 4.0

Damit verbunden ist die stärkere Flexibilisierung der Fertigung von Werkstücken bis hin zur Losgröße 1. Die Fertigung fordert eine stärkere Individualisierung der Produktentwicklung. Da Kunden auf ihre Produkte in der Regel nicht lange warten möchten, fordert die Individualisierung, dass die Produktion näher an den Standort des Kunden rücken muss. Neue Technologien wie 3D-Druck, bei dem ein Erzeugnis aus einem geometrischem 3D-Modell durch Aufschichtung von Material gefertigt wird, erlaubt beispielsweise die sofortige Produktion eines nicht mehr lieferbaren Ersatzteils. Dadurch erhöht der 3D-Druck bereits die Entwicklungsgeschwindigkeit neuer Produkte durch die schnellere Entwicklung von Prototypen (rapid prototyping). Neue Produktideen können nicht nur von der eigenen Entwicklungsabteilung generiert werden, sondern auch durch die systematische Einbeziehung von weiteren Mitarbeitern des eigenen Unternehmens, Kunden, Lieferanten bis zur gesamten interessierten Welt. Dies kann durch die Nutzung von Foren im Internet geschehen.

Mit dem schuleigenen 3D-Drucker und dem dazugehörigen Reinigungssystem zum Auswaschen des Stützmaterials können Schülerinnen und Schüler mit digitalen 3D-Daten unterschiedliche Objekte, Bauteile und Werkstücke aus verschieden farbigem Thermoplast mit einer Einzelschichtstärke von etwa 0,2 mm fertigen. Der Druckbereich ist ca. 250 x 250 x 300 mm groß.

3D Drucker3Die additive Fertigung ermöglicht wie die Gießverfahren die Bestimmung der Form durch die jeweilige Konstruktion und eröffnet hiermit weitere Gestaltungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus ermöglicht die additive Fertigung die Herstellung komplexer Formen mit unterschiedlich verdichtetem Werkstoff, die gleichzeitig extrem leicht und stabil sein müssen. Beispiele finden sich im Fahrzeug- und Flugzeugbau, im Apparatebau und in der Medizintechnik.

Drucken E-Mail