Gewerbliche Schulen des Lahn-Dill-Kreises

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Europaschule

Konzept

Mit der Konzeption der Europaschulen wird angestrebt, die Ergebnisse des Programms stärker für alle Hessischen Schulen nutzbar zu machen. Diesem Ziel dient auch die Konzentration der Entwicklungsarbeit. Mit der Neuausschreibung vom März 2001 wurde von den Europaschulen gefordert, zwei Schwerpunktgebiete zu bearbeiten: die Europäische Dimension und die Qualitätsentwicklung.

Die zum Winterhalbjahr 2000 neu begonnene Phase des Landesprogramms Europaschulen startete nicht nur mit den acht "Kernschulen", die bereits in der früheren Projektphase mitarbeiteten; zusätzlich wurden auch zu Schuljahresbeginn 2000/2001 weitere 15 Schulen (darunter 11 der ehemals "Assoziierten Europaschulen") aufgenommen. Grundlegende Strukturmerkmale der als Handlungsforschung konzipierten bisherigen Projektphase (u.a. Leitbild und Schulprogrammarbeit, Institutionalisierung von Planungsgruppen und Evaluationsverantwortlichen sowie das Programmcontrolling) wurden beibehalten und auf die neu mitarbeitenden Schulen übertragen.

Im Bereich des Europaorientierten Curriculums finden sich folgende Aufgabenstellungen:

  • die Erstellung eines schulischen Curriculums zur europäischen Dimension
  • die verstärkte Nutzung von europäischen Programmen (siehe www.Comenius-express.de)
  • thematisch orientierte Austauschprogramme und Internet-Projekte
  • internationale Betriebspraktika
  • der Ausbau bzw. die Einrichtung bilingualer Angebote an den Europaschulen (Ausbau des Sach-Fach-Unterrichts)
  • Sprachintensivkurse, Kompaktlernen, früher Fremdsprachenerwerb, vorgezogene und veränderte Sprachenfolgen
  • interkulturelle Integrationsprojekte
  • Beteiligung am Sprachenportfolio und Referenzrahmen des Europarats
  • Ausgehend von einem Schulprogramm mit europäischer und internationaler Orientierung sowie einem europäischen Curriculum garantieren die Europaschulen folgende Strukturen der Qualitätssicherung und -entwicklung:
  • Alle Vorhaben und Projekte sind einem schulinternen Programmcontrolling und einer systematischen Evaluation unter Einbeziehung der Schulaufsicht und einer externen Evaluation unterworfen.
  • Das entwickelte Verfahren der Budgetierung und des Programmcontrollings wird auf das gesamte Programm übertragen.
  • Die Europaschulen führen zur Qualitätssicherung eine Feststellung der Eingangsqualifikationen sowie Lernstandsfeststellungen über die Entwicklungsfortschritte durch. Ein schülerbezogenes Portfolio über europaschul-spezifische Leistungsnachweise wird angelegt.
  • Um diese Ziele zu erreichen, werden an den Europaschulen das Methodenlernen sowie Formen des selbstgesteuerten und handlungsorientierten Lernens systematisch eingeübt und in das Schulprogramm und -curriculum eingearbeitet.
  • Die Europaschulen erstellen im Rahmen ihres Schulprogramms ein Personalentwicklungskonzept das Maßnahmen der programmbezogenen Lehrerfortbildung einschließt.
  • Außerschulische Kooperationspartner werden in diese Maßnahmen einbezogen und unterstützen das Programm und seine Qualitätsentwicklung.

Insofern war das Schuljahr 2000/2001 ein Übergangsjahr, das die bisherigen Kern-Europaschulen und die bisherigen 11 Assoziierten Europaschulen zusammen mit neu in das Programm aufgenommenen Schulen vor neue Aufgaben stellte. Die Europaschulen arbeiteten nach einem Übergangszeitraum von einem Jahr ab dem Schuljahr 2001/2002 unter vergleichbaren Bedingungen. Der bisherige Unterschied zwischen Kern-Europaschulen und assoziierten Europaschulen entfiel.

Nach dem 15. Mai 2001 wurden alle erfolgreich an der Übergangszeit teilnehmenden Schulen auf der Basis ihres erreichten Standes und ihrer vorgelegten Programmplanung als Europaschulen zertifiziert.

Die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer der Europaschulen haben im Sinn einer vor allem selbstorganisierten, wechselseitigen Fortbildung die bisherigen Curricula unter den oben genannten Schwerpunkten weiterentwickelt und sie um die noch defizitären Aspekte ergänzt. Sie wurden darin durch die Schulleitungen, das HeLP, die Schulaufsicht und die zentrale Steuergruppe unterstützt. Die wissenschaftliche Begleitung konnte ab Dezember 2000 die Schulen bei der Umsetzung und Konkretisierung der Konzepte beraten.

Zwischenergebnisse in der Entwicklung der Europaschulen im Schuljahr 2000/2001

Die Orientierung an den vorgegebenen Schwerpunkten hat in den beteiligten Schulen eine lebendige Wirkung entfaltet. Hier wurden vielfältige Aktivitäten gestartet, um die anvisierten Ziele zu erreichen. Die Vorhaben zur Entwicklung der Europäischen Dimension, des Interkulturellen Lernens in Unterricht und Schulleben sind in beachtlichem Maße eingelöst oder in realistische Entwicklungsziele umgesetzt worden. Auch im Hinblick auf die Frage der Standards, auf die Verfahren zur Qualitätssicherung und des Methodenlernens sind bereits wichtige Schritte vollzogen worden.

Die Gruppe der neu hinzugewonnenen Schulen ist einerseits heterogen, weil sie aus den schon längerfristig mitarbeitenden Assoziierten Europaschulen und ganz neu ins Projekt eintretenden Schulen besteht. Andererseits konnten diese Schulen in der Vorprojektphase bereits einige Erfahrungen sammeln, die ihnen den Start ins Europaschulprogramm erleichtern. Einige der Schulen waren bereits in internationale Austauschprogramme eingebunden und hatten Erfahrungen mit erweiterten Sprachenangeboten.

Die Überarbeitung der Schulcurricula im Hinblick auf die Europäische Dimension hat in vielen Fällen bereits die Ebene der Fachkonferenzen erreicht, die für die Konkretisierung zuständig sind. Eine spätere Integration der Einzelcurricula in ein aufeinander abgestimmtes Schulcurriculum wird sich anschließen. Neue Verfahren der Oualitätssicherung sind nicht nur entwickelt, sondern auch erprobt worden.

Nachhaltige Veränderungen an den Schulen

Die Veränderung an den bisherigen Europaschulen betrifft vor allem die Orientierung auf die Frage der Lernstandsfeststellung bzw. Leistungsmessung. Hier wird deutlich , dass die Evaluation sich auch den konkreten Lernprozessen der Schüler/innen zuwenden und sich die Rechenschaftslegung auch auf die Zuwächse auf Seiten der Lernenden beziehen muss. Hier ist in nächster Zukunft mit einer Umsetzung der neu entwickelten Verfahren sowie der neu erarbeiteten Bestandteile des Curriculums in der Europäischen Dimension und im Methodenlernen zu rechnen.

Betrachtet man die Aktivitäten der Projektschulen im Hinblick auf die Verbreitung der Ergebnisse, so zeigen sich eine Reihe von unterschiedlichen Wegen für Transfer: Einerseits werden Ergebnisse durch die Zusammenarbeit mit konkreten Nachbarschulen weitergeleitet; andererseits sind Kontakte zu Studienseminaren und Hochschulen gepflegt worden, die ihrerseits Multiplikatorenfunktion besitzen. Die Zusammenarbeit der Schulen mit dem HeLP kann als vorbildlich bezeichnet werden, sodass sich auch hier dauerhaft ein wichtiger Weg für Transferprozesse ergibt.