Perspektivwechsel am Lern- und Erinnerungsort Gießen: Ein Tag im Zeichen der Freiheit und Verantwortung
Gießen/Dillenburg. Was bedeutet es eigentlich, „europäisch“ zu denken, wenn weltweit neue Mauern entstehen? Dieser Frage gingen sieben Studierende der Klasse 01SB25 der Fachschule für Sozialwesen (FSP) der Gewerblichen Schulen Dillenburg (GSD) bei einer besonderen Exkursion nach. Begleitet von den Lehrkräften Frau Ellinghaus und Herrn Henrichs besuchten sie den Lern- und Erinnerungsort Gießen, um sich intensiv mit dem Thema „Grenzen“ auseinanderzusetzen.

Ein Aktionstag mit Tradition
Der Besuch war Teil des jährlichen gemeinsamen Aktionstages der Region Mitte der Hessischen Europaschulen. Als zertifizierte Europaschule ist es den Gewerblichen Schulen Dillenburg ein zentrales Anliegen, den europäischen Gedanken der Offenheit und Demokratie lebendig zu halten. Dieser Aktionstag vernetzt Schulen der Region und setzt ein starkes Zeichen für ein friedliches Miteinander auf unserem Kontinent.
Von physischen Mauern zu emotionalen Barrieren
Unter der fachkundigen Leitung des Teams vor Ort absolvierten die Studierenden der 01SB25 eine Führung und einen anschließenden Workshop. Die Lehrkräfte zeigten sich beeindruckt von der Konzentration und der reflektierten, gefassten Haltung der angehenden pädagogischen Fachkräfte.
In den Diskussionen wurde schnell deutlich: Grenzen sind weit mehr als Stacheldraht und Beton. Die Studierenden stellten kritisch fest, dass seit 1990 die weltweiten Grenzbefestigungen massiv zugenommen haben. Besonders tiefgreifend war der Transfer auf die menschliche Ebene: Die Gruppe erarbeitete, dass Grenzen nicht nur Staaten trennen, sondern auch als emotionale Barrieren wirken können. Ein Lied über die Vision eines „Passes für den Planeten Erde“ regte zum Nachdenken darüber an, wie sehr Grenzen das menschliche Potenzial eigentlich einengen.
Vernetzung und Ausklang bei Sonnenschein
Nach der intensiven inhaltlichen Arbeit kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz. Beendet wurde der Tag mit einem gemeinsamen Mittagessen bei herrlichem Sonnenschein im Gießener Restaurant Mr. Jones. Besonders wertvoll war hierbei die Vernetzung unserer Studierenden mit den Teilnehmenden der anderen Europaschulen. In entspannter Atmosphäre wurden Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht – ein lebendiges Beispiel für die gelebte Gemeinschaft der Hessischen Europaschulen.
Frau Ellinghaus und Herr Henrichs zogen eine durchweg positive Bilanz: „Die Fähigkeit unserer Studierenden, historische Fakten mit ihrer eigenen beruflichen Haltung zu verknüpfen und sich über Schulgrenzen hinweg zu vernetzen, zeigt den Erfolg dieses Formats und unterstreicht unseren Auftrag als Europaschule.“







































