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Schulleben

Europatag 2026: Praxisnahe Diskussion an den Gewerblichen Schulen

veröffentlicht: 24. Mai 2026

Anlässlich des Europatags fand am Montag, dem 27. April 2026, an den Gewerblichen Schulen des Lahn-Dill-Kreises eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde statt.

Unter der Moderation von Felicitas Balzer (Metalltechnik) und Frederik Freund (Kraftfahrzeugtechnik) kamen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Schule zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven zu diskutieren. Zu den Gästen zählten unter anderem der Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann, der Hauptgeschäftsführer der IHK Lahn-Dill Dietmar Persch, sowie Ruben Bader (Firma Weichlein und stellvertretender Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik). Ergänzt wurde die Runde durch Daniel Wirth (Ausbildungsleiter bei Loh Services). Auch Schülerinnen und Schüler aus den Bereichen Kfz, Mechatronik, technisches Produktdesign und Elektrotechnik beteiligten sich aktiv an der Diskussion.

Ein zentrales Thema war das Lieferkettengesetz. Während die grundsätzliche Idee von allen Beteiligten als sinnvoll bewertet wurde, zeigte sich in der Diskussion deutliche Kritik an der praktischen Umsetzung. Insbesondere die hohe Bürokratiebelastung wurde hervorgehoben, die Unternehmen vor große Herausforderungen stellt. Auch bei der Beschäftigung von Leiharbeitern wurde ein Rückgang festgestellt – ebenfalls begründet durch zunehmende bürokratische Hürden. Hier wurde deutlich, dass gut gemeinte Regulierungen in der Praxis oft unerwartete Nebenwirkungen haben. Ein weiteres Schwerpunktthema war der anhaltende Fachkräftemangel. Besonders im Handwerk steigt der Bedarf an gut ausgebildetem Personal kontinuierlich. Zwar wurde die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland als wichtiger Baustein genannt, jedoch reicht dieser Ansatz aktuell nicht aus, um den Bedarf vollständig zu decken. In der Industrie zeigt sich derzeit ein gemischtes Bild: Während der Raum Dillenburg in Hessen insgesamt weiterhin als starke Industrie- und Exportregion gilt, berichten einige Unternehmen von einer aktuell schwächeren wirtschaftlichen Lage.

Die Schülerinnen und Schüler brachten sich mit eigenen Fragen und Perspektiven ein und sorgten für eine lebendige Diskussion. Besonders deutlich wurde dabei das Interesse an praxisnahen Einblicken in Wirtschaft und Politik. Viele Teilnehmende waren sich am Ende einig: Die Themenvielfalt war groß und hochrelevant – die zur Verfügung stehende Zeit jedoch zu knapp. Eine Fortsetzung solcher Formate wurde ausdrücklich gewünscht. Ein besonders prägnanter Moment entstand, als ein Schüler nach konkreten Lösungen für den Fachkräftemangel fragte. Die Antwort aus der Runde zeigte die Komplexität des Problems: Mehr Ausbildung, bessere Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie – aber keine einfachen, kurzfristigen Lösungen. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Schule, Wirtschaft und Politik ist – gerade in einer Region wie dem Lahn-Dill-Kreis, die stark von Industrie und Handwerk geprägt ist.

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