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Aktuelles der Gewerblichen Schulen Dillenburg

Angehende Techniker besuchen die Firma FKM Laser Sintering in Biedenkopf

Wenige Tage vor Beendigung ihrer Weiterbildung zum Staatlich Geprüften Techniker in der Fachrichtung Maschinentechnik im Schwerpunkt Maschinenbau besuchten die angehenden Techniker zusammen mit ihrem Lehrer Burkhard Schneider die Firma FKM in Biedenkopf.

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Die Studierenden der Fachschule für Technik bei der Firma FKM Laser Sintering zusammen mit ihrem Lehrer Burkhard Schneider (li.) und dem Betriebsleiter der Firma FKM Frank Dehnert (2.v.li.)

Im Unterricht im Lerngebiet Fertigungsverfahren wurden die neuesten Technologien im Bereich des Rapid Prototyping behandelt. Bei FKM hatten die Studierenden die Möglichkeit eines der bekanntesten 3D-Druckverfahren - das Selektive Lasersintern (SLS) - live zu erleben.

Seit 1994 ist die Firma FKM, die ihren Ursprung in den Firmen Modellbau Henkel und der Gießerei Blöcher hat, in Deutschland und Europa ein Marktführer in der Anwendung dieser Technik. Wo früher Werkzeug- und Formenbau die Konstruktionsregeln bestimmten, verändert der SLS-3D-Druck heute ganze Fertigungsverfahren, so Betriebsleiter Frank Dehnert in seinen Begrüßungsworten. Er selbst hat vor einigen Jahren die Weiterbildung zum Maschinenbautechniker an der Fachschule für Technik in Dillenburg absolviert.

Weiter erläuterte Herr Dehnert, dass im Jahre 2014 als Folge der wachsenden Auftragslage, das neue Werk in Biedenkopf in Betrieb genommen wurde. In diesem steht den 40 Mitarbeitern u.a. ein Maschinenpark zur Verfügung der aktuell 39 Anlagen umfasst. Auf diesen Anlagen werden nach dem Prinzip des Lasersinterns voll funktionsfähige Baugruppen aus Kunststoff oder Metallen (z.B. Werkzeugstählen und Legierungen) gefertigt. Bis zu 660 x 360 x 550 mm große Kunststoffbauteile werden beim Lasersintern in einem Arbeitsgang in einem Stück gefertigt. Größere Baugruppen können durch das Zusammenfügen einzelner Bauteile hergestellt werden.

Zu den gefertigten Bauteilen zählen u.a. Prototypen von PKW-Mittelkonsolen mit allen Einbauten und integrierter Öffnungsmechanik – vom Aschenbecher bis zum Lüftungskanal oder Handy Schutzschalen im 3D-Design in fünf Farbchargen von je – 100.000 Stück. Aber auch modische und/oder orthopädisch vollkommen individualisierte Schuhe für Lifestyle, Sport und medizinische Anwendungen zählen zur Produktpalette von FKM. Besondere Beachtung fand bei den Studierenden eine gefertigte Designerhandtasche für ein brasilianisches Topmodel und ein gesinterter passgenauer Schuh für eine sehr bekannte US-amerikanische Popsängerin.

Die Produkte entstehen beim Lasersintering aus 3D-Daten. Herr Dehnert erläuterte beim Rundgang durch die Bereiche Arbeitsvorbereitung und die Fertigungshalle, dass die Produktivität der Firma enorm davon abhänge, inwieweit der zur Verfügung stehende Bauraum der Anlagen durch geschickte Schachtelung der verschiedenartigsten Produkte und Aufträge ausgenutzt werde.

Im SLS-Verfahren verschmelzen schichtweise pulverförmige Schichten aus den benannten Werkstoffgruppen mit selektiver Laserstrahlung. Optional können die Bauteile durch Glätten oberflächenveredelt, farblich infiltriert oder beschichtet werden. Eine Qualitätsprüfung rundet die Fertigung der Bauteile ab.

Eine flexible, kundenindividuelle und extrem schnelle Fertigung sofort funktionsfähiger und verkaufsfertiger (Klein-)Serien, sind, so Frank Dehnert, die Vorteile des SLS-Verfahrens.

Zum Ende der Führung bedankten sich die Studierenden und Herr Schneider bei Herrn Dehnert für diesen überaus informativen und interessanten Einblick in die Technologie des Lasersinters. 

Die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Maschinentechnik im Schwerpunkt Maschinenbau wird an den Gewerblichen Schulen in der Vollzeitform (2-jährig) oder in der Teilzeitform in der Dauer von 4 Jahren berufsbegleitend angeboten. In der Teilzeitform wird auch die Fachrichtung Elektrotechnik angeboten.

Wenn Sie Fragen zu dieser Schulform haben stehen Ihnen die Abteilungsleiter Manfred Schäfer und Burkhard Schneider gerne zur Verfügung.

Für den nächsten Ausbildungsbeginn – nach den Sommerferien - stehen noch freie Schulplätze zur Verfügung.

 

 

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